Der durch Wirtschaftsstraftaten verursachte Schaden ist in Russland im ersten Halbjahr 2026 stark gestiegen. Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Alexander Guzan belief er sich auf 328 Milliarden Rubel. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 126 Milliarden Rubel. Damit erhöhte sich die Schadenssumme auf das 2,6-Fache.
Guzan verglich den Betrag bei einer Veranstaltung des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok mit dem Jahresetat einer russischen Region.
Gleichzeitig ging der Anteil des wiedergutgemachten Schadens deutlich zurück. Im ersten Halbjahr 2025 konnten nach Angaben des Generalstaatsanwalts knapp 40 Prozent der festgestellten Schäden ausgeglichen werden. Im laufenden Jahr waren es nur noch acht Prozent.
Auf Grundlage der gerundeten Angaben entspricht dies einem Rückgang der zurückgeholten Summe von ungefähr 50 Milliarden auf rund 26 Milliarden Rubel. Obwohl der festgestellte Gesamtschaden stark zunahm, wurde somit absolut nur noch etwa halb so viel Geld erstattet oder sichergestellt wie im Vorjahreszeitraum.
Guzan regte an zu untersuchen, ob die Entwicklung mit der Verringerung staatlicher Kontroll- und Aufsichtstätigkeit zusammenhängt. Einen direkten ursächlichen Zusammenhang stellte er nicht fest.
Aus den veröffentlichten Angaben geht nicht hervor, ob die Zahl der registrierten Wirtschaftsstraftaten ebenfalls gestiegen ist oder ob einzelne besonders große Fälle für den höheren Schaden verantwortlich waren. Auch zur Aufteilung nach Betrug, Steuerdelikten, Korruption oder anderen Straftatbeständen wurden keine Angaben gemacht.
Auf derselben Veranstaltung schlug Guzan vor, Unternehmen, die durch ukrainische Angriffe geschädigt wurden, vorübergehend von staatlichen Kontrollen auszunehmen. Ein solches Moratorium könne insbesondere kleine und mittlere Unternehmen entlasten.

Kommentare