Russlands Bestattungsbranche wächst deutlich

Russlands Bestattungsbranche wächst deutlich

In Russland ist die Zahl der neu registrierten Unternehmen im Bestattungswesen zu Jahresbeginn deutlich gestiegen. Wie die Zeitung Kommersant unter Berufung auf Daten verschiedener Unternehmensregister berichtet, wurden im ersten Quartal 2026 mehr als 500 neue Firmen in diesem Bereich angemeldet. Auch die Gesamtzahl der Marktteilnehmer nahm demnach zu.

Als Ursachen nennen Branchenvertreter vor allem zwei Entwicklungen: Zum einen würden sich bislang informell tätige Anbieter zunehmend offiziell registrieren lassen. Zum anderen habe eine Änderung der steuerlichen Rahmenbedingungen dazu geführt, dass sich größere Unternehmen in kleinere Einheiten aufspalten. Seit 2026 liegt die Umsatzgrenze für eine Mehrwertsteuerbefreiung deutlich niedriger als zuvor.

Nach Einschätzung von Marktteilnehmern trägt dies zu einer stärkeren Zersplitterung der Branche bei. Der Anteil kleiner Anbieter und Einzelunternehmer ist hoch. Gleichzeitig steigen auch die Kosten im Bestattungswesen. Kommersant verweist dabei auf verteuerte Rohstoffe wie Holz und Metall sowie auf höhere Preise für einzelne Dienstleistungen wie Särge und Grabarbeiten.

Trotz des Kostendrucks wächst das Marktvolumen weiter. Nach offiziellen Angaben legten die Umsätze mit Bestattungsdienstleistungen in den ersten Monaten des Jahres deutlich zu. Beobachter führen das auf Preissteigerungen, aber auch auf eine anhaltend stabile Nachfrage zurück.

Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der Russland weiterhin unter erheblichen demographischen Problemen steht. Zudem bleibt der Krieg gegen die Ukraine ein gesellschaftlicher Hintergrund, der in offiziellen Branchendaten zwar nicht gesondert ausgewiesen wird, die öffentliche Wahrnehmung des Themas Tod und Bestattung jedoch mitprägt.

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