Ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur haben die Ölbranche im April belastet. Nach einem Reuters-Bericht musste Russland seine Ölproduktion um 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag senken. Gleichzeitig meldet die russische Wirtschaftszeitung Kommersant eine teilweise Erholung der Rohölexporte auf dem Seeweg. Demnach stiegen die Verladungen in der Woche vom 13. bis 19. April gegenüber der Vorwoche um 22 Prozent auf 355.000 Tonnen pro Tag.
Die beiden Meldungen beziehen sich auf unterschiedliche Kennziffern und Zeiträume. Reuters beschreibt die Entwicklung der Förderung im Verlauf des Monats April. Kommersant berichtet über die Exportentwicklung in einer einzelnen Woche. Ein Anstieg der Ausfuhren bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass sich auch die Gesamtförderung bereits erholt hat.
Nach Angaben von Kommersant wurde der jüngste Exportanstieg vor allem von den baltischen Häfen Primorsk und Ust-Luga getragen. Dort nahmen die täglichen Verladungen um 83,6 Prozent auf 184.000 Tonnen zu. Gleichzeitig blieben die Lieferungen aus Noworossijsk dem Bericht zufolge weiter eingeschränkt. Die Zeitung führt die vorherige Schwäche bei den Exporten auf Schäden an der Infrastruktur nach Drohnenangriffen Ende März und Anfang April zurück.
Insgesamt deuten die Berichte darauf hin, dass die Angriffe den russischen Ölsektor weiterhin beeinträchtigen, sich die Auswirkungen aber regional unterschiedlich zeigen. Während einzelne Exportströme zuletzt wieder zunahmen, bleibt die Förderung nach Reuters-Angaben unter Druck.

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