Rosneft verklagt Partner im Projekt Sachalin-1 auf 89 Milliarden Rubel

Rosneft verklagt Partner im Projekt Sachalin-1 auf 89 Milliarden Rubel

Der russische Ölunternehmen Rosneft reichte beim Schiedsgericht im Oblast Sachalin eine Forderung von 89 Milliarden Rubel (1,4 Milliarden US-Dollar) gegen seine Partnerunternehmen im internationalen Öl- und Gasprojekt Sachalin-1 im Pazifischen Ozean ein.

Es geht um deren angebliche „ungerechtfertigte Bereicherung“ in Höhe von 81,7 Milliarden Rubel (1,3 Milliarden US-Dollar). Rosneft will zusätzliche 7 Milliarden Rubel (110,9 Millionen Dollar) für „die Nutzung der monetären Vermögenswerte eines anderen“ zwischen Juli 2015 und Mai 2018 geltend machen.

Die Beklagten sind die amerikanische ExxonMobil-Tochter Exxon Neftegas (mit einem Projektanteil von 30 Prozent), das japanische Konsortium SODECO (30 Prozent), die indische ONGC (20 Prozent), sowie die zu Rosneft gehörenden SMNG-Shelf (11,5 Prozent) und RN-Astra (8,5 Prozent). Die Klage ging am 13. Juli am Gericht ein und wurde zur Verhandlung angenommen. Eine erste Anhörung zu ist für den 10. September geplant.

Das 2001 Projekt mit Unterstützung des russischen Staates begonnene Projekt Sachalin-1 umfasst die Entwicklung von den drei Offshore-Feldern Tschaino (Chayno), Odoptu und Arkutun-Dagi auf dem nordöstlichen Schelf von Sachalin. Es ist eines der größten Direktinvestitionsprojekte Russlands. Seit 2005 wird Erdöl und Erdgas mit Tankern und mittels einer Pipeline auf das Festland transportiert. 2011 wurde die weltweit tiefste Förderung in Odoptu aus 12.443 Metern durchgeführt, 2014 in Tschaino aus über 13.000 Metern Tiefe.

Projektbetreiber ist die ExxonMobil Corporation, die zwar im Zuge der US-Sanktionen mehrere Projekte mit Rosneft aufgekündigt hat, die Kooperation im Rahmen von Sachalin-1 aber fortsetzt. Die beiden Konzerne gaben im Mai bekannt, dass sie gemeinsam ein 15 Milliarden Dollar teures Flüssiggas-Projekt im russischen Fernen Osten vorantreiben wollen.

Ein Vertreter von Exxon Neftegaz sagte, dass sie den Behauptungen von Rosneft nicht zustimmen und Maßnahmen ergreifen werden, um die Rechte des Sachalin-1 Konsortiums zu schützen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Rosneft vor Gericht Milliarden einzuklagen versucht. Die russische Regierung hatte 2014 die Beteiligung des Mischkonzerns Sistema an der Ölgesellschaft Baschneft beschlagnahmt und erklärt, ihre Privatisierung sei illegal gewesen. Im Mai 2017, nach dem Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an Baschneft, verklagte Rosneft Sistema wegen der mutmaßlichen Entfernung von Vermögenswerten von Baschneft. Im Dezember 2017 stimmte Sistema zu, bis zum 30. März 2018 100 Milliarden Rubel (1,6 Milliarden US-Dollar) an Baschneft zu zahlen.

[hub/russland.NEWS]

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