RBK: Kreml bereitet sich auf harte US-Sanktionen vor

RBK: Kreml bereitet sich auf harte US-Sanktionen vor

Sanktionen gegen die russische Staatsverschuldung, die Abkoppelung Russlands vom SWIFT-System sowie die Einbeziehung großer staatlicher Banken in die Sanktionsliste SDN (Specially Designated Nationals) sind die Szenarien, die der Kreml und die Regierung als mögliche Maßnahmen der USA betrachten, berichtete RBK unter Berufung auf zwei hohe Beamte und eine Quelle aus dem Umfeld des Kremls.

Am 6. April verhängten die USA Sanktionen gegen sieben Milliardäre, 14 Unternehmen und 17 hochrangige Beamte und Top-Manager staatlicher Unternehmen. Am Wochenende hieß es aus Washington, das US-Finanzministerium werde am Montag neue Sanktionen gegen Russland ankündigen. Am Sonntagabend zog Präsident Trump diese Ankündigung zurück. Der Pressedienst des Weißen Hauses beschränkte sich auf die kurze Mitteilung: „Die Regierung prüft die Möglichkeit neuer Sanktionen in naher Zukunft.“

Was die russische Staatsverschuldung betrifft, so werden im Kreml zwei Varianten in Betracht gezogen: Es wird allen Amerikanern oder allen ausländischen Investoren unter Androhung von Sekundärsanktionen verboten, mit Rubel-Staatsanleihen (OFZ) Geschäfte zu tätigen. Zuvor hatte sich US-Finanzminister Stephen Mnuchin gegen solche Sanktionen ausgesprochen. Am 1. März betrug der ausländische Anteil am OFZ-Markt einen Rekordwert von 34,2 Prozent – etwa 41 Milliarden US-Dollar.

Die Möglichkeit, dass die USA versuchen werden, Russland vom SWIFT-System für internationale Zahlungen zu trennen, schließt eine der Quellen von RBK nicht aus. Diese Maßnahme käme einer Kriegserklärung gleich. Bisher gab es in der Geschichte nur zwei Sperrungen von Staaten aus dem SWIFT-System. Im Jahr 2012 wurde diese Maßnahme gegen den Iran und 2017 gegen die Banken Nordkoreas eingeführt. In beiden Fällen lagen UN-Sanktionen gegen die Länder zugrunde.

Käme es zu einer solchen Maßnahmen gegen Russland, könnte dies zum Zusammenbruch des russischen Bankensystems führen. Externe Konten wären gesperrt, sogar die Lieferungen von Gas geriete in Gefahr, sagte der Beamte. RBK erwähnt, dass Moskau in diesem Fall die Möglichkeit einer Abwicklung durch Vermittler und Brücken-Unternehmen erwägen könnte.

Der Gesprächspartner aus dem Umfeld des Kremls befürchtet Sanktionen gegen die staatlichen Banken Sberbank und VTB. Die jetzigen Sanktionen haben bereits den Zugang der beiden Banken zur internationalen Kreditaufnahme begrenzt, aber eine Verschärfung der Sanktionen (Aufnahme in die SDN-Liste und Verbot von Korrespondenzkonten in den USA) wird sie praktisch daran hindern, jedwede internationale Transaktion auszuführen. Bislang umfasst die Liste nichtstaatliche russische Banken, von denen die größte die AB Russia ist.

Das Beispiel mit dem Einbruch der Wertpapiere von Rusal zeigt, wie der Markt auf US-Sanktionen gegen öffentliche Einrichtungen reagiert – Investoren verkaufen Aktien und ausländische Auftragnehmer reduzieren ihre Geschäfte.

[hub/russland.NEWS]

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