Chinesische Arbeiter protestieren in Komsomolsk am Amur gegen ausstehende Löhne

Chinesische Arbeiter protestieren in Komsomolsk am Amur gegen ausstehende Löhne

In Komsomolsk am Amur im russischen Fernen Osten haben chinesische Bauarbeiter gegen ausstehende Lohnzahlungen protestiert. Nach Berichten aus der Region richtete sich die Aktion von Beschäftigten des Unternehmens Petro-Hehua, das an Arbeiten im Umfeld der örtlichen Ölraffinerie beteiligt ist. Die Demonstranten forderten die Auszahlung ausstehender Gehälter und wandten sich auf Plakaten auch an Präsident Wladimir Putin sowie an Rosneft-Chef Igor Setschin.

Die Stadtverwaltung bestätigte den Protest. Bürgermeister Dmitri Saplutajew erklärte, Vertreter der Behörden und der Strafverfolgungsorgane hätten Gespräche mit den Arbeitern aufgenommen. Auch die Staatsanwaltschaft leitete nach Bekanntwerden der Lohnrückstände eine Überprüfung der Einhaltung des Arbeitsrechts ein. Der Staatsanwalt der Stadt begab sich den Angaben zufolge selbst vor Ort.

Nach offiziellen Stellungnahmen wurde der Hauptauftraggeber über die Lage informiert. Zugleich hieß es aus regionalen Quellen, der Vertrag mit dem Subunternehmer sei zuvor wegen Qualitätsmängeln und Terminverzögerungen beendet worden. In diesem Zusammenhang forderten die Arbeiter demnach nicht nur die Begleichung offener Löhne, sondern auch eine Klärung der weiteren Beschäftigungslage.

Mehrere Berichte hoben hervor, dass die Sicherheitskräfte die nicht genehmigte Protestaktion zunächst nicht auflösten und keine Festnahmen vornahmen. Später wurden Straßen in der Nähe der Raffinerie und der Unterkunft der Arbeiter abgesperrt. Über ein gewaltsames Eingreifen wurde jedoch nicht berichtet.

Brisant ist der Fall auch deshalb, weil ein erheblicher Teil der Protestierenden aus China stammt. Nach Medienberichten waren neben regionalen Behörden auch diplomatische Stellen mit der Lage befasst. Damit gewann der zunächst arbeitsrechtliche Konflikt über die Region hinaus politische Bedeutung.

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