Putin fordert Maßnahmen gegen nachlassendes Wirtschaftswachstum

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Regierung aufgefordert, Vorschläge zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums vorzulegen. Auf einer Beratung zu Wirtschaftsfragen sagte er, das russische Bruttoinlandsprodukt sei in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 um 1,8 Prozent zurückgegangen. Putin sprach damit von einem Rückgang des BIP im zweiten Monat in Folge.

Als Ursachen nannte der Kremlchef zunächst Kalender-, Wetter- und Saisoneffekte. So habe es im Januar zwei Arbeitstage weniger gegeben als im Vorjahr, im Februar einen weniger. Zugleich räumte Putin ein, dass diese Faktoren den Rückgang nicht vollständig erklärten und dass auch die geschäftliche und investive Aktivität im Land betroffen sei.

Besonders belastet seien nach seinen Angaben mehrere zentrale Wirtschaftsbereiche, darunter die verarbeitende Industrie, die Gesamtindustrieproduktion und das Baugewerbe. Vor diesem Hintergrund forderte Putin zusätzliche Maßnahmen, um das Wachstum der russischen Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Außerdem verlangte er Vorschläge zur Unterstützung unternehmerischer Initiativen und zur Verlagerung von Beschäftigten in produktivere Branchen mit höherer Wertschöpfung.

Zeitgleich verwies Kommersant darauf, dass der Internationale Währungsfonds seine Prognose für das russische Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 leicht angehoben hat: von zuvor 0,8 auf 1,1 Prozent. Als Grund wurde dort vor allem der Anstieg der Rohstoffpreise genannt.

In der Gesamtschau ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Während der Kreml offen von einer aktuellen Abschwächung der Konjunktur spricht und Gegenmaßnahmen verlangt, verweisen internationale Prognosen zugleich auf ein weiterhin, wenn auch schwaches, Wachstum der russischen Wirtschaft im Gesamtjahr.

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