Steigende Rohstoffpreise: IWF erhöht Prognose für russisches BIP-Wachstum nach oben

Steigende Rohstoffpreise: IWF erhöht Prognose für russisches BIP-Wachstum nach oben

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wachstum der russischen Wirtschaft im Jahr 2026 von 0,8 auf 1,1 Prozent angehoben. Als wesentlichen Grund nennt der Fonds die stark gestiegenen Rohstoffpreise infolge der Krise im Nahen Osten. Für 2027 rechnet der IWF ebenfalls mit einem Wachstum des russischen Bruttoinlandsprodukts von 1,1 Prozent. Zugleich soll die Inflation in Russland 2026 bei 5,6 Prozent liegen, nachdem sie 2025 noch 8,7 Prozent betragen hatte; 2027 werde sie voraussichtlich auf 4,3 Prozent sinken. Die Arbeitslosenquote bleibt nach Einschätzung des IWF niedrig und dürfte 2026 bei 2,4 Prozent liegen.

Weltweit fällt die Lage hingegen deutlich schwächer aus. Der IWF senkte seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft 2026 von 3,3 auf 3,1 Prozent und erwartet für 2027 ein Plus von 3,2 Prozent. Damit bliebe das globale Wachstum unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2019. Als Ursachen nennt der Fonds neben höheren Handelsbarrieren und anhaltender Unsicherheit vor allem die Folgen des Nahostkriegs, der über Energie-, Rohstoff- und Finanzmärkte zusätzlichen Druck auf die Weltkonjunktur ausübt. Teilweise abgefedert werde dies durch Investitionen in neue Technologien, günstige Finanzierungsbedingungen sowie staatliche Unterstützung.

Besonders stark zeigt sich der Effekt bei Öl. Der IWF erwartet für 2026 einen Anstieg des durchschnittlichen Ölpreises um 21,4 Prozent auf 82,22 US-Dollar pro Barrel. Grundlage ist der Durchschnitt der Sorten Brent, Dubai Fateh und WTI. Für 2027 prognostiziert der Fonds wieder einen Rückgang auf 75,97 Dollar pro Barrel. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa hatte bereits Anfang April erklärt, dass der Krieg im Nahen Osten die weltweiten Öllieferungen um 13 Prozent reduziert habe. Dies treibe nicht nur die Energiepreise, sondern verteuere auch andere Rohstoffe und Güter, darunter Düngemittel. Nach Einschätzung des IWF erklärt genau dieser Rohstoffschub, warum Russland als großer Exporteur von Energieträgern derzeit etwas besser dasteht als noch zu Jahresbeginn angenommen.

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