Der russische Neuwagenmarkt ist im Jahr 2025 spürbar zurückgegangen. Nach Angaben aus dem Bericht des Ministeriums für Industrie und Handel wurden insgesamt 1.495.750 Neuwagen (bis zu drei Jahre alt) verkauft – das sind 19 Prozent weniger als 2024. Innerhalb dieses Gesamtmarkts entfielen 1.316.790 Einheiten auf Pkw, was einem Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Auffällig ist die Zweiteilung des Marktes: Fahrzeuge aus russischer Produktion kamen 2025 auf 831.200 Verkäufe und lagen damit minimal über 2024 (+0,2 Prozent). Importfahrzeuge dagegen fielen auf rund 664.500 Einheiten und damit um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Rückgang zeigte sich in allen Segmenten. Neben den Pkw wurden 107.079 leichte Nutzfahrzeuge verkauft (-24 Prozent), 57.650 Lkw (-53 Prozent) und 14.270 Busse (-31 Prozent).
Zum Jahresende gab es jedoch ein kleines Gegenzeichen: Im Dezember 2025 wurden 155.500 Neuwagen abgesetzt – 9 Prozent mehr als im November und 6 Prozent mehr als im Dezember 2024.
Politisch wurde der Rückgang bereits zuvor erwartet: Vizepremier Denis Manturow hatte Ende Dezember ebenfalls einen Marktminus von 19 Prozent für 2025 prognostiziert und die Autoproduktion für das Jahr auf etwa 750.000 Einheiten beziffert. Für 2026 stellte er in Aussicht, Produktion und Marktvolumen schrittweise wieder zu steigern – unter anderem durch die Fortführung staatlicher Fördermaßnahmen und die Nutzung von Kapazitäten, die nach dem Rückzug westlicher Marken frei geworden sind.
Gleichzeitig sind zu Beginn von 2026 die Neuwagenpreise in Russland marktweit gestiegen. Laut dem Avtostat-Chef Sergei Tselikow haben u.a. Lada, Moskwitsch, UAZ, Belgee, Solaris, Omoda, Tenet und Tank ihre Preislisten im Januar überarbeitet; weitere Marken hätten bereits Ende 2025 nachgezogen.
Als Treiber gelten u.a. die zum Jahresbeginn wirksame Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 22 Prozent sowie höhere/angepasste Recycling- und Abgabenregeln (u.a. Wegfall von Vorzugstarifen für Fahrzeuge über 160 PS und Gebührenerhöhungen). Tselikow erwartet, dass die Preise in den nächsten drei Monaten insgesamt um 5–6 Prozent steigen könnten. Nach der starken Nachfrage Ende 2025 (Vorzieheffekte vor Preisanhebungen) könnten die höheren Preise den Absatz in den folgenden Monaten zusätzlich belasten.

Kommentare