Russland erzielt im Geschäft mit dem Ausland einen höheren Überschuss. Dennoch passen die jüngsten Zahlen nur bedingt zur Jahresprognose der Zentralbank.
Der russische Leistungsbilanzüberschuss erreichte von Januar bis August 2026 rund 35 Milliarden Dollar, gegenüber 21 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Wie Kommersant unter Berufung auf Zentralbankdaten berichtet, stützte vor allem der Warenhandel das Ergebnis: Die Exporte stiegen um 17,6 Prozent auf 312,4 Milliarden Dollar, die Importe um 14,8 Prozent auf 220,8 Milliarden Dollar.
Die Leistungsbilanz erfasst neben Waren und Dienstleistungen auch grenzüberschreitende Einkommen und laufende Übertragungen. Ein höherer Handelsüberschuss schlägt deshalb nicht automatisch vollständig auf das Gesamtergebnis durch.
Genau hier liegt die Schwierigkeit: Bei den Einkommen überstiegen die ans Ausland zu zahlenden Beträge die Zuflüsse bereits nach acht Monaten um 22,9 Milliarden Dollar. Die Zentralbank hatte für das gesamte Jahr lediglich 22 Milliarden angesetzt. Um den angestrebten Leistungsbilanzüberschuss von 48 Milliarden Dollar zu erreichen, müsste der Handel entsprechend besser abschneiden.
Auch der jüngste Monatsanstieg verdient einen zweiten Blick: Im August wuchs der Leistungsbilanzüberschuss von 1,6 auf 3,3 Milliarden Dollar, weil ausländischen Investoren weniger Einkommen zugerechnet wurde. Der Handelsüberschuss schrumpfte hingegen.
Steigende Rohstoffpreise könnten die Exporterlöse stützen. Zusätzliche Dieselausfuhren hängen laut den im Bericht angeführten Analysten von S&P Global allerdings wesentlich davon ab, dass Raffineriekapazitäten wiederhergestellt werden.

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