Nabiullina warnt vor beispiellosem Arbeitskräftemangel in Russland

Nabiullina warnt vor beispiellosem Arbeitskräftemangel in Russland

Russland leidet nach Angaben von Zentralbankchefin Elwira Nabiullina erstmals in seiner modernen Geschichte unter einem strukturellen Mangel an Arbeitskräften. Auf dem Börsenforum der Moskauer Börse sprach sie von einer „neuen Realität“ für Staat und Unternehmen. Die Arbeitslosigkeit liege nur noch bei rund zwei Prozent.

Nabiullina begründete damit auch die weiterhin straffe Geldpolitik der Zentralbank. Anders als in früheren Krisen seien hohe Zinsen diesmal nicht nur eine Reaktion auf vorübergehend schlechtere Außenbedingungen. Der Arbeitskräftemangel treibe die Löhne, erhöhe die Produktionskosten und stütze zugleich die Nachfrage. Nach Darstellung der Notenbankchefin sind die extrem niedrige Arbeitslosigkeit und die im Vorjahr auf fast zehn Prozent gestiegene Inflation Anzeichen einer überhitzten Wirtschaft, nicht eines nachhaltig hohen Wachstums.

Die Aussagen fallen in eine Phase wachsender Konjunktursorgen. Präsident Wladimir Putin hatte zuvor erklärt, die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren seien zu Jahresbeginn schwächer ausgefallen als erwartet. Nach seinen Angaben schrumpfte das russische BIP im Januar und Februar im Jahresvergleich um 1,8 Prozent; auch Industrie, verarbeitendes Gewerbe und Bau verzeichneten Rückgänge.

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