Zentralbank warnt vor Folgen der Leitzinssenkung auf 3 Prozent

Zentralbank warnt vor Folgen der Leitzinssenkung auf 3 Prozent

In einer von der Bank von Russland veröffentlichten Studie werden die schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft des Landes im Falle einer drastischen Senkung des Leitzinses auf 3 Prozent beschrieben. Nach Ansicht der Experten der Regulierungsbehörde würde eine solche Maßnahme zu einer gefährlichen Überhitzung und Hyperinflation führen.

Die Autoren des Analyseberichts weisen darauf hin, dass eine künstliche Stimulierung der Nachfrage zwar zu einem kurzfristigen Anstieg des BIP führen wird, die Wirtschaft jedoch bald darauf wieder an Fahrt verlieren und im Vergleich zu den langfristigen Trends in eine tiefe Rezession abgleiten wird. Die Entwicklungsaussichten wären durch die Destabilisierung der Preise und den Vertrauensverlust in das Finanzsystem gefährdet.

Bleiben die Inflationserwartungen von Unternehmen und Bevölkerung hoch, könnte die jährliche Inflationsrate in zwei Jahren bei 20 Prozent, in drei Jahren bei 40 Prozent und in sieben Jahren bei über 100 Prozent liegen. Unter solchen Bedingungen würden Produktion und Angebot von Waren eingeschränkt und das Investitionsklima würde sich verschlechtern, so die Zentralbank.

Das Dokument befasst sich auch mit der Option, den Zinssatz an die aktuelle Inflationsrate zu koppeln. Dies hätte moderatere Auswirkungen, würde aber das Vertrauen in die Politik der Regulierungsbehörde schwächen. Nach zwei Jahren mit diesem Ansatz würde die Inflation von 6 Prozent auf über 10 Prozent steigen und nach vier Jahren 15 Prozent überschreiten.

Die Analyse wurde „im Rahmen der Diskussion über das optimale Verhältnis zwischen Wirtschaftswachstum und Preisstabilität“ erstellt. Laut den Autoren berücksichtigen die Berechnungen möglicherweise nicht die Faktoren der Rubelabwertung oder der Anhäufung von Ungleichgewichten im Finanzsektor.

Die Vorsitzende der Zentralbank, Elvira Nabiullina, äußerte sich zuvor zur Forderung der Wirtschaft nach einer stärkeren Senkung des Zinssatzes. Ein solcher Schritt bärge die Gefahr einer Hyperinflation und könnte die russische Wirtschaft in eine Situation wie in den 1990er Jahren bringen, so ist Nabiullina überzeugt.

Am 13. Februar senkte der Verwaltungsrat der Zentralbank den Leitzins um 50 Basispunkte auf 15,5 Prozent pro Jahr. Der Indikator ist seit Sommer 2025 kontinuierlich rückläufig.

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