Vermögenswerte von Vekselberg werden eingefrorenFoto: Jürg Vollmer, Maiakinfo CC BY-SA 3.0

Vermögenswerte von Vekselberg werden eingefroren

Aktiva in Höhe von 1,5 bis 2 Milliarden Dollar wurden aufgrund von Sanktionen gegen den russischen Geschäftsmann Viktor Vekselberg und seiner Firma der Renova-Gruppe eingefroren, berichtet Reuters in Bezug auf Quellen.

Die Vereinigten Staaten verhängten am 6. April Sanktionen gegen mehrere russische Firmen und Einzelpersonen, darunter den in der Schweiz ansässigen russischen Geschäftsmann Viktor Vekselberg und seiner Renova-Gruppe, um Moskau wegen mutmaßlicher Einmischungen bei den US-Wahlen 2016 und anderen angeblichen „bösartigen Aktivitäten“ zu bestrafen.

Infolge der Sanktionen seien alle US-Dollar-Bankkonten von Unternehmen, die von Renova kontrolliert werden, blockiert worden, teilten die Quellen Reuters mit und bestätigten damit einen früheren Bericht der Schweizer Zeitung Finanz und Wirtschaft vom Samstag.

Renova lehnte es ab, die Situation zu kommentieren.

Verbindungen zu Renova haben seit der Bekanntgabe der Sanktionen einige europäische Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht, wobei der Pumpenhersteller Sulzer (SUN.S) 5 Millionen Aktien von Renova kaufte, um sich von Sanktionen zu befreien.

In der Zwischenzeit hat Italiens Octo Telematics seinen Börsengang ausgesetzt, und Steelmaker Schmolz & Bickenbach (STLN.S) hatte Probleme mit der Abwicklung einer Anleihe, die zur Finanzierung eines Geschäfts benötigt wird.

Renova, mit Hauptsitz in Moskau und einer Tochtergesellschaft in Zürich, beabsichtigt jedoch, ihre Schweizer Beteiligungen, zu denen auch eine Beteiligung an Oerlikon (OERL.S) gehört, beizubehalten. Renova und Vekselberg suchen die Hilfe der Schweizer Behörden bei der Klärung von Geschäftsangelegenheiten, sagten die Quellen und fügten hinzu, dass die Schweizer Regierung dazu beigetragen habe, Sulzer von Sanktionen zu befreien.

Die Gehaltsabrechnungen mehrerer in der Schweiz ansässiger Renova-Mitarbeiter seien zeitweilig gesperrt worden, hieß es weiter, seien aber nach der Überprüfung der Sorgfaltspflicht noch einmal geöffnet worden.

„Vor allem europäische und Schweizer Banken sind übervorsichtig“, so eine Quelle. „Sekundäre Sanktionen weisen supranationalen Charakter auf, indem sie in Länder eindringen, die die Sanktionen der USA nicht mitmachen oder ihnen nicht einmal zustimmen.“

Die Unternehmensgruppe verwaltet Vermögenswerte in der Metallurgie-, Bergbau-, Chemie-, Bau- und anderen Industrien.

[gg/russland.CAPITAL]

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