Schweinefleischpreise in Russland innerhalb eines Jahres stark gefallen

Schweinefleischpreise in Russland innerhalb eines Jahres stark gefallen

Wie die russische Wirtschaftszeitung Kommersant berichtet, sind die Kosten für Schweinefleisch im Großhandel vom 26. Januar bis zum 1. Februar im Vergleich zur Vorwoche um 8 Prozent und im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 27 Prozent gesunken.

Laut NTech lag der durchschnittliche Großhandelspreis bei 104 Rubel (derzeit 1,15 Euro)
pro Kilogramm, was 27 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Der Preis für Schweinebauch sank um 30 Prozent auf 2,10 Euro pro Kilogramm und der Preis für Schweineschulter um 26 Prozent auf 2,05 Euro pro Kilogramm. Der Preis für Schweinekamm blieb mit 3,70 Euro pro Kilogramm hingegen 18 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Der Preisverfall ist auf Überproduktion zurückzuführen. Die Unternehmen haben die Produktion von Schweinefleisch deutlich gesteigert, obwohl der Inlandsverbrauch stabil bleibt und die Exporte relativ gering sind. Die Agrarberatungsagentur Libitum bezeichnet den aktuellen Preis für Schweinefleisch als unangenehm für die Produzenten. Er liegt nahe an den Produktionskosten.

Die Einkaufspreise für Schweinefleisch sinken, obwohl die Kosten steigen. Nach Schätzungen sind die Produktionskosten im Jahr 2025 um 25–30 Prozent gestiegen. Dies ist auf die Verteuerung von Futtermitteln, Vormischungen, hohen Finanzierungskosten usw. zurückzuführen.

Es ist noch schwer zu sagen, wie lange die Preise für Schweinefleisch niedrig bleiben werden. Der Trend wird sich ändern, wenn sich das Gleichgewicht wiedereinstellt. Dazu braucht es eine Belebung der Binnennachfrage, einen Anstieg der Exporte oder eine Verringerung des Angebots. Ein großer Produzent geht davon aus, dass die Preise für Schweinefleisch ihren Tiefpunkt bereits erreicht haben und im Februar wieder steigen werden.

Für die Verbraucher wird die Wirkung der Senkung der Einkaufspreise für Schweinefleisch jedoch kaum spürbar sein. Sie schlägt sich im Einzelhandel nur mit Verzögerung und nicht in vollem Umfang nieder, da die Handelsketten langfristige Verträge mit festgeschriebenen Preisen mit ihren Lieferanten haben.

Ein weiterer Preisverfall und der Verkauf von Produkten unterhalb der Selbstkosten kann zu einem Rückzug kleiner Betriebe vom Markt führen. Auch die Preise für russisches Hühnerfleisch stehen derzeit unter Druck, da die Lieferungen von Hühnerfilet aus China zunehmen.

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