Die russische Steuerbehörde FNS hat im Jahr 2025 insgesamt 61,2 Billionen Rubel an die Haushalte abgeführt. Das waren 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit bleibt der russische Staat trotz Kriegskosten, Sanktionen und einer schwächer werdenden Konjunktur fiskalisch weiterhin außerordentlich leistungsfähig.
Nach Angaben des Analyseportals der Steuerbehörde stiegen die Einnahmen des föderalen Haushalts um 7,5 Prozent auf 26,6 Billionen Rubel. Die konsolidierten Haushalte der Regionen erhielten 19,7 Billionen Rubel, ein Plus von 5,3 Prozent. Besonders stark wuchsen die Einnahmen aus Versicherungsbeiträgen: Sie legten um 16,4 Prozent auf 14,9 Billionen Rubel zu.
Auffällig ist auch die Entwicklung bei den kleineren Wirtschaftsakteuren. Die Zahl der Einzelunternehmer stieg 2025 um 320.000 auf 4,86 Millionen. Gleichzeitig sank die Zahl der registrierten Unternehmen um 69.000 auf 3,16 Millionen. Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei den Selbständigen aus: Ihre Zahl wuchs um 26,8 Prozent auf 15,4 Millionen. Im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen wurden 247.000 neue Subjekte registriert; insgesamt zählt Russland dort nun 6,83 Millionen.
Die Zahlen zeigen einerseits, dass der russische Staat seine Einnahmebasis weiter verbreitern konnte. Andererseits verweisen sie auf eine Verschiebung innerhalb der Wirtschaft: Während klassische Firmenstrukturen leicht zurückgehen, wächst die Zahl der Einzelunternehmer und Selbständigen deutlich. Das passt zu einem Umfeld, in dem viele Menschen und kleine Betriebe flexiblere oder steuerlich einfachere Formen der Erwerbstätigkeit wählen.
Für 2026 könnte sich der Druck auf kleinere Unternehmen allerdings erhöhen. Bereits im ersten Quartal 2026 sanken laut Finanzministerium die Steuereinnahmen aus speziellen Steuerregimen, die vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt werden, um 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zugleich legten andere große Steuerarten weiter zu: Die Mehrwertsteuer stieg um 10,3 Prozent, die Gewinnsteuer um 1,9 Prozent, die Einkommensteuer um 15,2 Prozent und die Vermögenssteuer um 3,9 Prozent.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Russland zudem ein höherer Mehrwertsteuersatz von 22 statt zuvor 20 Prozent. Präsident Wladimir Putin hatte die Hoffnung geäußert, dass diese Anhebung nur vorübergehend bleibe. Parallel wurden auch Unternehmen im vereinfachten Steuersystem stärker in die Mehrwertsteuerpflicht einbezogen: Die bisherige Umsatzschwelle von 60 Millionen Rubel pro Jahr wird abgesenkt, 2026 auf 20 Millionen Rubel, 2027 auf 15 Millionen und 2028 auf 10 Millionen Rubel.
Damit setzt Moskau fiskalisch auf eine breitere und dichtere Erfassung der Wirtschaft. Für den Staatshaushalt bedeutet das kurzfristig mehr Stabilität. Für kleinere Betriebe und Selbständige könnte es dagegen schwieriger werden, die höheren steuerlichen Anforderungen zu verkraften.

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