Der Wodka in Russland wird teurer. Oder etwa nicht?

Der Wodka in Russland wird teurer. Oder etwa nicht?

Wodka – der ewige russische Mythos! Und obwohl die Statistik für Alkoholkonsum in Russland von Jahr zu Jahr immer besser aussieht und z.B. im Jahre 2013 die Russen 50% weniger Wodka konsumiert haben als im Jahre 1995 und die Produktionszahlen jährlich sinken (Jahr 2012  – 100 Millionen Dekaliter, 2015 – 60 Millionen Dekaliter), will die Regierung noch mehr Steine auf den Weg der Wodkaliebhaber legen. Das russische Wirtschaftsministerium hat entschieden, dass der minimale Preis für eine Flasche Wodka im Einzelhandel ab dem 20.08.2018, 205 Rubel (etwa 3€) betragen soll. Ist das billig oder teuer? Das offizielle Mindestgehalt in Russland beträgt 11.163 Rubel, also ungefähr 170€. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Denn eine Flasche Wodka darf schon seit längerer Zeit nicht weniger als 205 Rubel kosten. Dabei ging es um den klassischen, 40 % starken Wodka. Jetzt sollen die sogenannten „leichten“ Wodkasorten, also mit „nur“ 37 oder 38 Prozent Spiritusgehalt genau soviel kosten.

Doch die meisten Russen halten Getränke, die weniger als 40% haben gar nicht für den richtigen Wodka! Auf dem russischen Markt werden solche Wodkasorten auch kaum hergestellt. Und ausländische Wodkagetränke sind sowieso teurer, denn das sind Importe. Also was bringt diese Vereinheitlichung? Unter dem Strich gar nicht so viel. Denn Wodka unter 40% nimmt nur ein Prozent an den gesamten Wodkaverkäufen in Russland ein. Doch die Beamten werden ein gutes Gefühl haben, wieder etwas gegen den Alkoholkonsum unternommen zu haben.

Die Reaktion der Russen in sozialen Netzwerken ließ nicht lange auf sich warten.  Einige befürchten, dass diese Preiserhöhung dazu führen wird, dass Wodka für ein drittel des Preises im Internet zu haben sein wird. Die anderen sind der Meinung, das wäre doch ein Grund, mit dem Trinken aufzuhören. Doch die meisten bleiben skeptisch und verstehen diese Regelung als puren Aktionismus. Und vor allem: „Was für ein 37%-Wodka? Wodka kann, soll und darf nur 40% haben!“

[Daria Boll-Palievskaya/russland.CAPITAL]

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