Rosstandart hat das Inverkehrbringen bestimmter Fahrzeuge von Dongfeng, Foton, XCMG und JAC untersagt. Die Behörde nennt unter anderem Mängel an Bremsen, Sicherheitsgurten und Fahrerkabinen. Auch Spezialfahrzeuge auf Basis anderer Marken sind betroffen. Ein generelles Verkaufsverbot für die Hersteller ist damit nicht verbunden.
Die russische Aufsichtsbehörde Rosstandart hat den Vertrieb mehrerer Lastwagen- und Spezialfahrzeugtypen wegen Verstößen gegen verbindliche Sicherheitsanforderungen gestoppt. Grundlage seien außerplanmäßige Kontrollen bei offiziellen Herstellervertretungen und Produktionsbetrieben gewesen, berichteten Kommersant und RBC am 12. Oktober unter Berufung auf eine Behördenmitteilung.
Die Einschränkungen betreffen den Dongfeng-Typ DFRZ-35, den Foton-Typ 77N5BJ, die beiden XCMG-Typen XCT50G5-1S und XCA200G7-1S sowie den JAC-Typ K7. Die Entscheidung gilt damit für konkret benannte Fahrzeugtypen. Aus ihr lässt sich kein umfassender Ausschluss aller Fahrzeuge dieser vier Marken vom russischen Markt ableiten.
Zusätzlich verhängte Rosstandart entsprechende Maßnahmen gegen Hersteller bestimmter Spezialfahrzeuge. Genannt werden die Typen 77ADJL auf JAC-Basis, SE27 auf Kia-Basis, TD-001 auf Shacman-Basis, N382a-A2 auf FAW-Basis und KFN332 auf Ford-Basis. Auch hier beziehen sich die Einschränkungen auf die bezeichneten Fahrzeuge, nicht auf das gesamte Angebot der jeweiligen Basisfahrzeugmarke.
Nach Darstellung der Behörde können die festgestellten Verstöße Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Die Liste reicht von Bremssystemen und der Schutzwirkung der Fahrerkabinen über Sicherheitsgurtverankerungen bis zu Beleuchtungs- und Signalanlagen. Weitere Beanstandungen betreffen unter anderem Notrufeinrichtungen, seitliche und hintere Schutzvorrichtungen, gefährliche Außenkanten, Geräuschwerte und sichtbare Schadstoffemissionen.
Welche Mängel bei welchem Fahrzeugtyp festgestellt wurden, geht aus den vorliegenden Berichten nicht im Einzelnen hervor. Die Aufzählung darf deshalb nicht so verstanden werden, dass jedes betroffene Modell sämtliche genannten Verstöße aufweist.
Alle betroffenen Vertretungen und Herstellerbetriebe haben Rosstandart nach Behördenangaben inzwischen über die Aussetzung des Vertriebs informiert. Zugleich hätten sie begonnen, Maßnahmenprogramme zur Beseitigung der Verstöße und zur Vermeidung von Gefahren auszuarbeiten. Rosstandart will diese Programme prüfen und genehmigen, sofern die vorgesehenen Schritte ausreichen. RBC zufolge soll eine erneute Freigabe nach Behebung der Mängel möglich sein. Einen konkreten Zeitplan nennen die Berichte nicht.
Offen bleibt auch, welche Konsequenzen sich für bereits ausgelieferte oder zugelassene Fahrzeuge ergeben. Die vorliegenden Meldungen beschreiben Einschränkungen beim Inverkehrbringen und Vertrieb. Einen allgemeinen Rückruf oder ein pauschales Betriebsverbot für bereits genutzte Fahrzeuge belegen sie nicht.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Russland den Ausbau der eigenen Fahrzeugindustrie vorantreiben will. RBC verweist auf die Ende August von Vizepremier Denis Manturow genannten Ziele: Bis 2030 soll die technologische Unabhängigkeit bei Pkw 80 Prozent, bei leichten Nutzfahrzeugen, Lastwagen und Bussen 90 Prozent erreichen. Für 2035 wird ein Anteil russischer Fahrzeuge am Binnenmarkt von 80 Prozent angestrebt. Dabei handelt es sich um politische Zielwerte, nicht um den bereits erreichten Stand.
Diese industriepolitischen Pläne bilden den Hintergrund, belegen aber keine entsprechende Motivation der aktuellen Verkaufsbeschränkungen. Rosstandart begründet sein Vorgehen mit Sicherheitsverstößen. Für die betroffenen Anbieter kommt es nun darauf an, welche Nachbesserungen die Behörde verlangt und wann die einzelnen Fahrzeugtypen wieder freigegeben werden.

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