Russlands Unternehmen tragen rund ein Drittel der Forschungsfinanzierung. Der Staat stellt weiterhin den größten Teil der Mittel bereit. Dass sein Anteil in der jüngsten Statistik niedriger ausfällt, liegt auch an einer veränderten Erfassung.
Russland gab 2025 rund 2,1 Billionen Rubel für Forschung und Entwicklung aus – derzeit etwa 21,5 Milliarden Euro. Das entsprach etwa einem Prozent der Wirtschaftsleistung. Der ausgewiesene Staatsanteil sank dabei von 65 auf 63,4 Prozent. Auf den ersten Blick könnte dies auf ein wachsendes finanzielles Engagement der Unternehmen hindeuten. Doch die Zahlen sind nur eingeschränkt vergleichbar: Erstmals wurden auch kleine und Kleinstorganisationen berücksichtigt; zuvor umfasste die Auswertung ausschließlich große und mittlere Organisationen. Darauf weist Kommersant am 17. September hin.
Wie wenig sich die Finanzierungsstruktur tatsächlich verändert hat, zeigt die Berechnung auf vergleichbarer Grundlage. Unter den großen und mittleren Organisationen kamen 2025 weiterhin 65,6 Prozent der Forschungsmittel vom Staat und 31,9 Prozent aus der Wirtschaft. Nach Angaben des Instituts für statistische Studien und Wissensökonomie der Moskauer Wirtschaftshochschule HSE blieben diese Anteile praktisch unverändert. Diese Gruppe steht für 94,6 Prozent der erfassten Forschungsausgaben.
Auch beim realen Zuwachs blieb der Staat vorn. Seine Finanzierung stieg in dieser Vergleichsgruppe inflationsbereinigt um 3,7 Prozent, diejenige der Unternehmen um 1,5 Prozent. Von den staatlichen Mitteln in Höhe von 1,33 Billionen Rubel entfielen 1,07 Billionen auf den föderalen Haushalt. Die Finanzierung aus ausländischen Quellen ging dagegen real um 21,7 Prozent zurück.
Der internationale Vergleich verdeutlicht die Besonderheit. Während Unternehmen in Russland insgesamt 33,4 Prozent der Forschung finanzieren, liegt ihr Anteil in Deutschland bei 62,6 Prozent und in China bei 79,5 Prozent. Die Vergleichswerte beziehen sich allerdings auf die jeweils zuletzt verfügbaren Berichtsjahre. Zudem umfasst der Unternehmenssektor auch staatlich kontrollierte Firmen: Unternehmensfinanzierung ist nicht automatisch privates Kapital.
Die Zahlen beschreiben zunächst, wer Forschung bezahlt – nicht, wo sie stattfindet oder wie erfolgreich sie ist. Für die wirtschaftspolitische Debatte ist der Befund dennoch wesentlich: Eine breitere statistische Erfassung belegt noch keinen Wandel des Finanzierungsmodells. Russlands Forschung bleibt maßgeblich von staatlichen Haushaltsentscheidungen abhängig.

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