Die Zahl der Milliardäre weltweit ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Nach Angaben der Schweizer Großbank UBS gab es im April 2026 weltweit 3302 Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar. Das waren 383 mehr als ein Jahr zuvor. Ihr gesamtes Vermögen legte demnach um 25 Prozent zu. Zugleich zeigt ein Blick auf die russischen Teilnehmer im Bloomberg Billionaires Index ein anderes Bild: Die reichsten Russen verloren seit Jahresbeginn zusammen knapp zwei Milliarden Dollar.
Nach den von Kommersant zitierten UBS-Daten stieg die Zahl der Milliardäre binnen zwölf Monaten um 13 Prozent. Besonders stark wuchs ihre Zahl in Südkorea, wo sie von 31 auf 52 zunahm; das gemeinsame Vermögen der dortigen Milliardäre erhöhte sich um 139 Prozent. In Chile blieb die Zahl der Milliardäre unverändert, ihr Vermögen wuchs jedoch um 80 Prozent. In Tschechien kamen zwei Milliardäre hinzu, ihr Gesamtvermögen stieg um 60 Prozent. In sechs Ländern ging die Zahl der Milliardäre zurück, darunter Saudi-Arabien und Thailand.
Die meisten Dollar-Milliardäre leben weiterhin in den USA. Dort zählt UBS inzwischen mehr als 1000 Menschen mit einem Vermögen von mindestens einer Milliarde Dollar. Es folgen das chinesische Festland mit 562 Milliardären und Indien mit 211. Deutschland liegt mit 193 Milliardären auf Platz vier, Russland mit 122 auf Platz fünf.
Für Russland ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild. Einerseits gehört das Land nach der UBS-Zählung weiterhin zur kleinen Gruppe der Staaten mit besonders vielen Milliardären. Andererseits haben die reichsten Russen im Bloomberg Billionaires Index seit Januar 2026 zusammen Vermögen eingebüßt. Nach Berechnungen von RBC sank ihr gemeinsames Vermögen in der ersten Jahreshälfte um rund 1,93 Milliarden Dollar. In dem Bloomberg-Ranking der 500 reichsten Menschen der Welt befinden sich 20 Russen. Ihre Vermögenszuwächse summierten sich auf 9,55 Milliarden Dollar, die Verluste auf 11,48 Milliarden Dollar.
Der größte Gewinner unter den russischen Milliardären war demnach Alexej Mordaschow, Gründer von Sewerstal. Sein Vermögen stieg seit Jahresbeginn um 2,29 Milliarden Dollar auf 28,6 Milliarden Dollar; im Bloomberg-Ranking liegt er damit auf Platz 84. Ebenfalls zulegen konnten der Nowatek-Chef Leonid Michelson, dessen Vermögen um 1,8 Milliarden Dollar auf 25,5 Milliarden Dollar wuchs, sowie Eurochem-Gründer Andrej Melnitschenko mit einem Plus von 1,7 Milliarden Dollar auf 20,6 Milliarden Dollar. Gennadi Timtschenko, Chef der Volga Group, kam auf ein Plus von 1,1 Milliarden Dollar.
Auf der anderen Seite standen deutliche Verluste einzelner Vermögender. Am stärksten schrumpfte laut RBC das Vermögen des Investors Michail Prochorow, und zwar um 5,46 Milliarden Dollar auf 11,1 Milliarden Dollar. Der Nornickel-Chef Wladimir Potanin verlor 1,08 Milliarden Dollar und kam auf 25,3 Milliarden Dollar. Das Vermögen von NLMK-Aufsichtsratschef Wladimir Lisin sank um 344 Millionen Dollar auf 23,4 Milliarden Dollar. Telegram-Gründer Pawel Durow verlor seit Januar 2,21 Milliarden Dollar; sein Vermögen wird nun auf 12,2 Milliarden Dollar geschätzt.
Die Zahlen sind Momentaufnahmen und hängen stark von Börsenkursen, Unternehmensbewertungen und Wechselkursen ab. Bloomberg berechnet die Vermögen vor allem auf Basis der Aktienkurse jener Unternehmen, an denen Milliardäre Anteile halten. Bei nicht börsennotierten Firmen werden Bewertungskennzahlen wie das Verhältnis von Kapitalisierung zu EBITDA oder Kurs-Gewinn-Verhältnisse herangezogen.
Gerade deshalb zeigen die beiden Meldungen nicht nur Reichtum, sondern auch unterschiedliche Dynamiken. Weltweit profitieren große Vermögen weiter von steigenden Unternehmensbewertungen, Technologiegewinnen und Kapitalmarkteffekten. Russland bleibt zwar gemessen an der Zahl seiner Milliardäre weit oben in der internationalen Rangliste. Doch bei den größten russischen Vermögen überwiegen im bisherigen Jahresverlauf leichte Verluste. Die russische Vermögenselite bleibt also groß – aber ihre Bilanz fällt 2026 bislang deutlich weniger glänzend aus als der globale Trend.

Kommentare