Die russische Eisenbahngesellschaft RZD ist mit dem Versuch gescheitert, einen großen Teil des Hochhauskomplexes Moscow Towers im Moskauer Geschäftsviertel „Moskau-City“ zu verkaufen. Die Auktion wurde für nicht zustande gekommen erklärt, weil bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 8. Mai keine einzige Bewerbung einging. Der Startpreis lag bei 280,8 Milliarden Rubel.
Zum Verkauf standen rund 242.500 Quadratmeter: darunter 111 Büro- und andere Gewerbeflächen, 210 Apartments, 115 Lagerräume sowie mehr als 1.200 Stellplätze. Der Komplex besteht aus zwei 63-stöckigen Türmen auf einem gemeinsamen Sockel; RZD hatte die Flächen 2024 erworben, ursprünglich um dort eigene Strukturen unterzubringen.
Der gescheiterte Verkauf ist mehr als nur eine Immobiliennachricht. Er zeigt, wie schwierig es selbst für einen großen Staatskonzern geworden ist, sehr teure Gewerbeimmobilien schnell zu Geld zu machen. RZD hatte für die Büroflächen in Moscow Towers nach Medienangaben 193,1 Milliarden Rubel gezahlt; zusätzlich wären erhebliche Mittel für den Ausbau und die Ausstattung der Flächen nötig gewesen.
Hinter dem Verkaufsdruck steht die angespannte Finanzlage des Konzerns. Die Regierung hatte RZD angewiesen, den Moscow-Towers-Aktivposten zu veräußern; die Einnahmen sollten nach Angaben russischer Medien unter anderem zur Entlastung der Schuldenposition beziehungsweise zur Finanzierung des Investitionsprogramms beitragen. Kommersant berichtete zudem, RZD wolle insgesamt Immobilien im Wert von mehr als 300 Milliarden Rubel verkaufen oder vermieten, darunter auch den Rigaer Bahnhof in Moskau.
Dass sich für Moscow Towers kein Käufer fand, dürfte mehrere Gründe haben. Der Preis ist außergewöhnlich hoch, der Markt für große Bürotransaktionen ist eng, und potenzielle Käufer müssten neben dem Kaufpreis vermutlich weitere Investitionen in Ausbau, Betrieb und Vermietung einplanen. Hinzu kommt, dass ein Objekt dieser Größenordnung nur für wenige Investoren infrage kommt — und diese können in der aktuellen Lage offenbar abwarten.
Für RZD bedeutet das Scheitern der Auktion, dass der Konzern entweder den Preis senken, die Verkaufsstruktur ändern oder nach einem strategischen Käufer außerhalb eines klassischen Auktionsverfahrens suchen muss. Der Fall zeigt zugleich ein größeres Problem: Staatsnahe Unternehmen sollen nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte veräußern, doch selbst prestigeträchtige Immobilien lassen sich nicht automatisch zu den gewünschten Preisen verkaufen.

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