Laut Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg sind die Goldreserven der russischen Zentralbank seit Februar 2022 um mehr als 216 Milliarden Dollar gestiegen. Dieser Betrag ist mit dem Umfang der nach Kriegsbeginn in Europa eingefrorenen Staatsguthaben (244 Milliarden Dollar) vergleichbar.
Laut der Zentralbank beliefen sich die internationalen Reserven Russlands Ende 2025 auf knapp 755 Milliarden Dollar. Davon entfielen 326,5 Milliarden Dollar auf Gold. Im Jahr 2025 stieg der Goldpreis um 65 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Jahresanstieg seit 1979; seit Jahresbeginn sind die Preise um weitere acht Prozent gestiegen und haben mit 4 700 Dollar pro Unze einen neuen historischen Höchststand erreicht. Das Finanzministerium prognostiziert einen weiteren Anstieg auf 5.000 Dollar und mehr.
Russland ist der zweitgrößte Goldproduzent der Welt und fördert über 300 Tonnen pro Jahr. Seit 2022 ist russisches Gold jedoch von den westlichen Märkten abgeschnitten und wird von der London Bullion Market Association, dem weltweit größten Zentrum für den außerbörslichen Handel mit Gold, nicht mehr akzeptiert. Dies erschwert laut Bloomberg alle potenziellen Geschäfte, auch mit asiatischen Käufern.
Am 12. Dezember 2025 haben die Länder der Europäischen Union beschlossen, die Einfrierung russischer Vermögenswerte aufrechtzuerhalten, bis der russisch-ukrainische Konflikt beendet ist und Moskau Kiew den Schaden ersetzt. Zur gleichen Zeit reichte die Bank von Russland eine Klage beim Moskauer Schiedsgericht gegen den belgischen Verwahrer Euroclear ein, bei dem ein Großteil der eingefrorenen Gelder verwahrt wird. Die Klage summierte sich auf 18,17 Billionen Rubel – derzeit 236 Milliarden Dollar.

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