Russland liegt bei den Ausgaben für Forschung weltweit auf dem 13. Platz

Russland liegt bei den Ausgaben für Forschung weltweit auf dem 13. Platz

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Russland belaufen sich auf 0,97 Prozent des BIP. Damit liegt das Land unter dem Niveau von Malaysia (1,01 Prozent des BIP), Ägypten (1,03 Prozent des BIP) und Litauen (1,05 Prozent des BIP). Diese Daten sind im statistischen Jahrbuch Indikatoren der Wissenschaft 2026 des Statistikinstitut der russischen Universität Higher School of Economics (HSE) aufgeführt.

Im Vergleich zu Israel, das mit 6,35 Prozent des BIP weltweit am meisten in Forschung und Entwicklung investiert, liegt Russland mehr als sechsmal zurück. Im Vergleich zu Südkorea (4,96 Prozent des BIP), Taiwan (3,97 Prozent des BIP) sowie Schweden, den USA, Japan, Belgien, Österreich, der Schweiz, Deutschland, Finnland und Dänemark liegt Russland um das 3- bis 3,5-Fache zurück, wie aus den Statistiken hervorgeht.

In Geldwert ausgedrückt belaufen sich die Forschungsausgaben in der Wirtschaft auf 21,6 Milliarden Euro (Stand 2024), schätzt die HSE. Von diesem Betrag stammen etwa 36 Prozent, also fast 8 Milliarden Euro, aus dem föderalen Haushalt.

Die staatlichen Ausgaben für die zivile Wissenschaft belaufen sich auf 0,36 Prozent des BIP und stellen damit den niedrigsten Stand seit mindestens 15 Jahren dar. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 gab der Bund 0,51 Prozent des BIP für wissenschaftliche Forschung aus; bis 2013 stieg dieser Anteil auf 0,58 Prozent. Vor dem Krieg sanken die Forschungsmittel im Haushalt im Jahr 2021 auf 0,47 Prozent des BIP und brachen nach dem Einmarsch in die Ukraine um ein Viertel ein.

Im Jahr 2025 gehörte keine der führenden russischen Hochschulen zu den Top 100 des weltweiten Hochschulrankings für wissenschaftliche Arbeit, das von der Universität Leiden (Niederlande) erstellt wird. Das beste Ergebnis – Platz 227 im Ranking – erzielte die Lomonossow-Universität Moskau, die im Vergleich zu 2021 29 Plätze verloren hat.

Die Gesamtzahl der Veröffentlichungen russischer Wissenschaftler ist auf den niedrigsten Stand seit 2017 gesunken. Im Jahr 2024 veröffentlichten sie 100.900 Artikel, Übersichtsartikel und Berichte, was einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 24 Prozent gegenüber dem Vorkriegsjahr 2021 entspricht.

Der Anteil Russlands an den weltweiten Veröffentlichungen ist in den letzten vier Jahren fast um die Hälfte gesunken: von 7,8 Prozent auf 4 Prozent in den Naturwissenschaften, von 4,9 Prozent auf 2 Prozent in der Mathematik, von 4 Prozent auf 2,9 Prozent sowie von 3,4 Prozent auf 1,5 Prozent in den Bereichen Elektronik, Elektrotechnik und IT. Dies haben Experten der HSE berechnet.

Die Zahl der in Russland nach Kriegsbeginn geschaffenen Erfindungen ging um 25 Prozent zurück und fiel auf den niedrigsten Stand seit den 2000er Jahren – im Jahr 2024 wurden 21.600 Patente erteilt, das sind 1.800 weniger als im Vorjahr und 7.100 weniger als im Vorkriegsjahr 2020.

Was die Anzahl der Veröffentlichungen in Mathematik und Physik betrifft, in denen russische Wissenschaftler traditionell führend waren, ist die Russische Föderation auf den 7. bzw. 8. Platz zurückgefallen. Ihr Anteil an den weltweiten Veröffentlichungen ist innerhalb von vier Jahren in den Naturwissenschaften von 7,8 Prozent auf 4 Prozent und in der Mathematik von 4,9 Prozent auf 2 Prozent gesunken.

Dabei handelt es sich nicht um einen plötzlichen Einbruch nach Kriegsbeginn, sondern um einen langjährigen Trend: Die russische Wissenschaft verliert bereits seit 2015 Fachkräfte. Vor dem Einmarsch in die Ukraine war die russische Hochschulbildung auf den globalen Markt ausgerichtet, wie Olga Orlowa, Chefredakteurin der Zeitschrift T-invariant,  berichtet.

Gleichzeitig berichtet das russische Meinungsforschungsinstitut Wziom über das Vertrauen der Russen in die technologische Überlegenheit ihres Landes. Der Anteil der Bürger, die Russland als eines der weltweit führenden Technologieländer bezeichnen, sei innerhalb von vier Jahren von 55 auf 65 Prozent gestiegen.

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