Zahl der Kuriere in Moskau innerhalb von fünf Jahren auf 120.000 gestiegen

Zahl der Kuriere in Moskau innerhalb von fünf Jahren auf 120.000 gestiegen

Seit 2020 hat sich die Zahl der aktiven Kurierfahrer in Moskau um das 15-Fache erhöht – von 8.000 auf 120.000 Personen. Dies teilte der stellvertretende Leiter der Moskauer Verkehrsbehörde, Dmitri Pronin, in einer Rede vor dem Föderationsrat mit. Bis 2030 könnte diese Zahl nach Prognosen des Beamten auf 200.000 steigen, wobei sich auch die Anzahl der von ihnen durchgeführten Fahrten vervielfachen wird.

Pronin wies darauf hin, dass in der Stadt derzeit Standards für Kurierdienste gelten, die von der Kommission für die Organisation des Verkehrsdienstes (OTK) eingeführt wurden. Im Datenverarbeitungssystem des Zentrums für Verkehrsorganisation (TsODD) sind bereits 70.000 Kuriere registriert. Zudem wurden Anforderungen an Dienstkleidung und Taschen festgelegt und Darkstores (geschlossene Lager) registriert.

Die fünf größten Unternehmen – Yandex, Vkusvill, Cooper, X5 und Ozon – halten zusammen 70 Prozent des Moskauer Marktes für Kurierdienste. Täglich werden in der Stadt etwa 1,3 Millionen Bestellungen ausgeliefert und 80 Prozent der Einwohner der Hauptstadt nutzen die Dienste von Kurierdiensten.

Zuvor hatte die Zeitung RBK berichtet, dass der Kurierdienstmarkt in Russland unter einem akuten Personalmangel leidet (etwa 200.000 Personen bei einer Gesamtzahl von 1,5 Millionen Kurieren). Dies geht mit steigenden Gehältern einher – die durchschnittlichen Angebote erreichten Anfang 2026 etwa 170.000 Rubel, derzeit gut 1.800 Euro.

Vor diesem Hintergrund sucht die Wirtschaft nach Alternativen zum klassischen Liefermodell. Die wichtigste Antwort darauf ist die Automatisierung der letzten Meile: Lieferroboter, die bis vor kurzem noch experimentelle Technologie waren, finden dank veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen und wirtschaftlicher Zweckmäßigkeit zunehmend industrielle Anwendung. Der Betrieb eines Lieferroboters kann 49–66 Prozent günstiger sein als der Einsatz eines Fußkurierdienstes.

Dabei wird die Automatisierung nicht zum Verschwinden des Berufs führen, sondern dessen Struktur verändern. Roboter werden standardisierte Lieferabläufe übernehmen, während Menschen bei komplexen und nicht standardisierten Aufträgen weiterhin gefragt sein werden. Gleichzeitig wird der Arbeitsmarkt um neue Berufsfelder wie Fernsteuerer und Ingenieure für die Wartung von Roboterflotten erweitert.

Kommentare