AwtoWAS: Marktlage so schlecht wie seit 20 Jahren nicht

AwtoWAS: Marktlage so schlecht wie seit 20 Jahren nicht

Der russische Automobilmarkt ist nach Einschätzung von AwtoWAS in das schwächste Jahr seit Beginn der statistischen Erfassung vor zwei Jahrzehnten gestartet. „Meiner Meinung nach sind dies wahrscheinlich die schlechtesten Januar- und Februar-Ergebnisse seit Beginn der statistischen Erfassung vor 20 Jahren“, sagte Dmitri Kostromin, Direktor für Vertrieb und Marketing bei AwtoWAS, auf dem Forum ForAuto 2026. Würde man die Marktrechnung zudem so anpassen, dass nur tatsächlich verkaufte und zugelassene Neuwagen einfließen, sehe die Lage „in Wirklichkeit noch schlechter“ aus.  

Zwar habe der Markt das Jahr ohne den sonst üblichen Druck durch hohe Lagerbestände begonnen, betonte Kostromin. Doch die Gesamtsituation bleibe kritisch: „Dieser Markt ist ohne kreative Ideen wahrscheinlich nicht zu retten.“ In Gesprächen in der Branche werde die Krise inzwischen weniger als kurzfristiger Nachfragerückgang verstanden, sondern als strukturelle Sackgasse. Sinkende Kaufkraft und hohe Zinsen für Autokredite machten selbst Basismodelle für breite Käuferschichten schwer erschwinglich. Innerhalb des Konzerns wird zudem eingeräumt, dass klassische Stützungsinstrumente – Rabatte, staatliche Programme und Subventionen – immer weniger Wirkung entfalten.  

Auch AwtoWAS selbst bekommt den Rückgang zu spüren. Nach Daten der Analyseagentur Avtostat sanken die Zulassungen von Lada-Pkw im Januar gegenüber dem Vorjahr um 28,7 Prozent auf 19.700 Fahrzeuge. Der Gesamtmarkt kam im selben Monat auf rund 80.600 verkaufte Fahrzeuge, ein Minus von 9,5 Prozent im Jahresvergleich. Mitte Februar erklärte AwtoWAS-Chef Maxim Sokolow, die Lada-Verkäufe seien auch im Februar schwach geblieben. Daraufhin reduzierte das Unternehmen sein monatliches Verkaufsziel um 15 Prozent auf knapp über 20.000 Fahrzeuge.   

Trotzdem hält das Management an Wachstumsplänen fest. Sokolow sagte der Zeitung „Kommersant“, AwtoWAS plane für 2026 einen Absatzanstieg um 9,3 Prozent auf 370.000 Fahrzeuge. Für den Gesamtmarkt hatte AwtoWAS zuvor einen Absatz von 1,5 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen prognostiziert – ein Plus von 7 Prozent gegenüber 2025. Kostromin setzt dabei auf eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte: Dann könne der Markt im besten Fall wieder das Vorjahresniveau erreichen.  

Produktion und Arbeitsorganisation wurden bereits angepasst: Seit dem 1. Januar arbeitet AwtoWAS nach einer Phase mit verkürzter Woche wieder im Fünf-Tage-Rhythmus. Gleichzeitig wurde der Produktionsplan für 2026 auf 400.000 Fahrzeuge erhöht – etwa auf dem Niveau von 2025, nachdem die Produktion 2024 noch 525.000 Einheiten überschritten hatte. 

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