Reuters: Indische Ölraffinerien verzichten zugunsten eines Deals mit den USA auf russisches Öl

Reuters: Indische Ölraffinerien verzichten zugunsten eines Deals mit den USA auf russisches Öl

Indische Ölraffinerien haben den Kauf von russischem Öl mit Lieferung im April eingestellt und könnten Rohstoffe aus Russland für längere Zeit meiden, wie Marktquellen gegenüber Reuters angaben. Indische Käufer haben diesen Schritt im Hinblick auf ein Handelsabkommen mit den USA unternommen, das zu einer Senkung der Zölle führen könnte.

Unter den Unternehmen, die den Kauf von russischem Öl eingestellt haben, nennt die Zeitung Indian Oil, Bharat Petroleum und Reliance Industries. Dabei haben sie jedoch nicht auf bereits für März geplante Lieferungen verzichtet. Im April werden auch die Lieferungen an die größte indische Raffinerie Nayara mit russischer Beteiligung vorübergehend eingestellt, da sie für einen Monat zur Wartung geschlossen wird.

Am Freitag kündigten Indien und die USA ein Rahmenabkommen an, das eine Senkung der amerikanischen Zölle von 50 prozent auf 18 prozent sowie eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit vorsieht. So verpflichtet sich Indien beispielsweise, mehr Energieträger aus den USA zu beziehen und seine Märkte für amerikanische Agrar- und Medizinprodukte zu öffnen. Die Parteien hoffen, das Abkommen bis März unterzeichnen zu können.

Ein Verzicht auf russisches Öl ist in dem Abkommen nicht direkt erwähnt, allerdings hatte Trump zuvor wegen der Einkäufe Indiens 25-prozentige Zölle gegen das Land verhängt. Am Freitag hob er diese Zölle unter Verweis auf das Versprechen Neu-Delhis, den Import von Öl aus Russland „direkt oder indirekt” einzustellen, wieder auf.

Einige Tage zuvor hatten russische Ölkonzerne ihre Rabatte für indische Käufer erhöht, um diese als Kunden zu halten, wie Bloomberg zuvor herausgefunden hatte. Laut der Zeitung belief sich der Rabatt auf bis zu 10 bis 11 Dollar pro Barrel gegenüber dem Brent-Preis.

Indien wurde 2022 zum größten Abnehmer russischen Rohöls. Bis Mitte 2025 stiegen die Lieferungen auf zwei Millionen Barrel pro Tag. Unter dem Druck der EU und der USA begann Indien jedoch, seine Einkäufe zu reduzieren. Laut Reuters soll der Verbrauch bis März 2026 auf 500.000 bis 600.000 Barrel pro Tag gesenkt werden.

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