Die Transportkosten für russische Erdölprodukte sind Ende Januar/Anfang Februar sprunghaft gestiegen: Für leichte Produkte legten die Frachtraten je nach Route um 24–33 Prozent gegenüber der Vorwoche zu. Am stärksten verteuerte sich der Transport Ostsee → Lateinamerika auf 112 USD/Tonne (+32,7 Prozent), danach → Westafrika (89 USD/Tonne, +28,9 Prozent) und → Türkei (83 USD/Tonne, +28,2 Prozent). Betroffen sind vor allem kleinere Handysize-Tanker (ca. 30.000 Tonnen).
Als Hauptgründe nennt der Bericht schärfere Eisbedingungen in der Ostsee (mit erwarteten zusätzlichen Beschränkungen ab 10. bzw. 16. Februar) sowie stark gestiegene Versicherungskosten wegen wachsender Risiken und Kontrollen. Zusätzlich hat sich die verfügbare Tankerflotte verknappt: Die Zahl ballastfahrender Tanker sank bis 30. Januar auf 9–10 Schiffe (zuvor 16–18).
Trotz der höheren Kosten gilt der Export für Produzenten weiterhin als wirtschaftlich attraktiv; ausgleichen ließe sich der Kostenschub vor allem über Rubel-Abwertung, höhere Weltmarktpreise oder geringere Abschläge auf russische Ware. Politisch-regulatorisch wichtig: Seit 1. Februar ist das Benzin-Exportverbot für Hersteller gelockert, für andere Marktteilnehmer gilt das Embargo weiter bis 31. Juli. Außerdem verschärft eine europäische Initiative gegen die „Schattenflotte“ die Risiken für Schiffe ohne transparente Versicherung/Registrierung – besonders in der Ostsee.

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