Export von Strom aus Russland nach China eingestellt

Export von Strom aus Russland nach China eingestellt

China hat seit dem 1. Januar den Import von Strom aus Russland vollständig eingestellt und sogar den Kauf der minimalen Vertragsmengen (etwa 12 Megawatt) abgelehnt, wie das russische Wirtschaftsblatt Kommersant unter Verweis auf mit der Situation vertraute Quellen berichtet.

Laut den Gesprächspartnern der Zeitung sei eine Wiederaufnahme der Lieferungen von Strom nach China ist in diesem Jahr unwahrscheinlich. Als Hauptgrund für die Einstellung der Lieferungen nannten die Quellen den Anstieg des Exportpreises, der die inländischen Strompreise in China überstieg und weitere Käufe für Peking unrentabel machte.

Inter RAO exportierte überschüssige Elektrizität aus dem Fernen Osten nach China. Der 2012 mit der chinesischen State Grid Corporation of China abgeschlossene Vertrag läuft bis 2037 und sieht die Lieferung von rund 100 Milliarden Kilowattstunden oder etwa vier Milliarden Kilowattstunden pro Jahr vor.

„Derzeit prüfen die Parteien aktiv die Möglichkeiten für den Handel mit Strom. Eine Kündigung des Exportvertrags auf Initiative der russischen Seite ist nicht geplant. Die chinesische Seite, mit der wir in ständigem Kontakt stehen, hat ebenfalls kein Interesse an einer Kündigung des Vertrags bekundet“, erklärte Inter RAO.

Das Unternehmen fügte hinzu, dass der Stromverbrauch im Energiesystem des Fernen Ostens überdurchschnittlich schnell wächst und ein Mangel an Stromerzeugung zu spüren ist. Dies hat zu einer Verringerung der Exportmöglichkeiten und einer Einschränkung der Lieferungen nach China geführt.

Laut „Kommersant“ lag das Exportvolumen nach China zwischen 2012 und 2020 im Durchschnitt bei drei Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Im Jahr 2021 kam es zu einem Anstieg der Lieferungen um 30 %, nachdem China darum gebeten hatte, die Exporte zu erhöhen, um den Energiebedarf in den nordöstlichen Regionen zu decken. Im Jahr 2022 erreichten die Lieferungen mit 4,7 Milliarden Kilowattstunden ihren Höchststand. Ursprünglich war der Vertrag auf den Verkauf von überschüssiger Energie ausgelegt. Aufgrund von Kapazitätsengpässen im Energiesystem des Fernen Ostens gingen die Exporte jedoch ab August 2023 zurück und erreichten 2025 ihren Tiefpunkt.

Laut den von der Zeitung befragten Analysten blieben die Liefermengen von Strom aus Russland nach China im Vergleich zur inländischen Produktion in China relativ gering, sodass „das chinesische Energiesystem diese Mengen aus Sicht der Bilanz ersetzen kann“.

Das Energieministerium erklärt, dass ein Export bei einer neuen Anfrage aus Peking und einer Einigung über die Bedingungen möglich ist. Dabei hat die Deckung der wachsenden Nachfrage im Fernen Osten für Russland weiterhin Priorität.

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