Russische Regierung will Übernahme von Startups durch große Unternehmen begrenzen

Russische Regierung will Übernahme von Startups durch große Unternehmen begrenzen

Die Regierung erwägt, die Übernahme von Start-ups durch große Unternehmen im Rahmen des fünften Antimonopolpakets zu begrenzen (das den Wettbewerb auf den digitalen Märkten sicherstellen soll), sagte der stellvertretende Ministerpräsident Maxim Akimow. Ihm zufolge ist diese Aufgabe „schwer zu lösen“. Rostelecom hat sich bereits gegen die Initiative ausgesprochen.

„Wir müssen es schaffen, die weltweiten Marktführer zu vergrößern, und dies sind per Definition große Unternehmen. Um jedoch die kleinen nicht zu zermalmen und nicht den Markt leerzukaufen, entschuldige ich mich im Allgemeinen für alles, was dort lebt und sich bewegt“, sagte Akimow gegenüber Reportern.

Der stellvertretende Ministerpräsident erklärte, dass das Problem der Akquisitionen im Laufe des Jahres 2020 gelöst werden müsse, da es notwendig sei, sowohl Unternehmen als auch Start-ups klare Rahmenbedingungen zu geben. „Es ist klar, dass man mit äußerster Vorsicht eingreifen sollte“, so Akimow.

Rostelecom-Präsident Mikhail Osejewski hat sich bereits gegen diese Initiative ausgesprochen. Seiner Meinung nach sind kleine Unternehmen im Gegenteil daran interessiert, Teil eines großen Akteurs zu werden und Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten.

„Ich beurteile das negativ, weil alle Weltmarktführer – sowohl Google als auch Facebook – ein solches Umfeld schaffen, um neue Produkte auf den Markt zu bringen, weil ein kleines Unternehmen nicht sofort in den Riesenmarkt einsteigen kann, sagte er Reportern am Rande des Nationalen Industrieforums in Moskau.

Amerikanische Unternehmen haben in den letzten Jahren die Zahl der Käufe von neuen Technologieunternehmen in Europa erhöht. Laut dem Beratungsunternehmen Mind the Bridge wurden von 2012 bis 2016 562 europäische Start-ups gekauft, was 44 Prozent ihrer Gesamtzahl entspricht. Im Jahr 2017 erwarben US-Unternehmen weitere 17 europäische Startups.

[hrsg/russland.NEWS]

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