Bulgarischer Präsident: Der sicherste, zuverlässigste und günstigste Weg ist direkt. Besonders wenn es um Gaslieferungen gehtRadev, Rumen bild president.bg CC-BY 2.5

Bulgarischer Präsident: Der sicherste, zuverlässigste und günstigste Weg ist direkt. Besonders wenn es um Gaslieferungen geht

Am Vorabend seines Besuches in Moskau beantwortete der bulgarische Präsident der Zeitung Kommersant einige Fragen. Zur Situation auf dem Öl- und Gasmarkt sagte er:

Zuallererst glaube ich, dass dieses Thema Entpolitisierung braucht, und es ist notwendig, auf die Meinungen von Experten und Ökonomen zu hören. In jedem Fall ist Bulgarien daran interessiert, ein Energiezentrum in Südosteuropa zu werden, was auch bedeutet, ein Staat zu werden, der Erdgas vertreibt.

Was die Gaslieferungen aus Russland anbelangt, so ist Bulgarien meines Erachtens auf direkte Lieferungen russischen Gases durch das Schwarze Meer angewiesen. Nennen wir es den bulgarischen Strom. Dieser Ansatz wird durch den gesunden Menschenverstand und die Erfordernisse der Energiesicherheit und -effizienz bestimmt, und zwar nicht nur gegenüber Bulgarien, sondern auch gegenüber der Europäischen Union insgesamt. Solche Bestrebungen unterscheiden sich nicht von den deutschen Absichten, Nord Stream-2 zu implementieren. Natürlich sind Bulgarien und Deutschland EU-Mitgliedstaaten und müssen die Regeln des dritten Energiepakets einhalten. Ich hoffe, dass sowohl die russische Seite als auch Brüssel diese Idee mit Verständnis begreifen werden.

Bulgarien beabsichtigt, seine Position im regionalen Gasverteilzentrum zu stärken, und die Europäische Union unterstützt uns darin. Im Rahmen der European Union Foundation wurden 920.000 € für die Vorprojektforschung gespendet. Diese Arbeiten laufen bereits, und eines der Hauptziele des Projekts besteht darin, den Transit von Erdgas, einschließlich russisches, durch das Gebiet Bulgariens zu erhöhen.

Zweifellos ist der sicherste, zuverlässigste und billigste Weg direkt. Insbesondere wenn es um die Lieferung von zusätzlichem russischem Erdgas nach Bulgarien, Serbien, Ungarn, Österreich und Norditalien geht. Sowohl für Russland als auch für Bulgarien ist es eine logische Entscheidung, das Angebot an russischem Erdgas nach Europa über Bulgarien zu erweitern.

Daher liegt es in unserem gemeinsamen Interesse, direkten Zugang zu russischem Gas an die bulgarische Schwarzmeerküste zu erhalten. Davon bin ich überzeugt.

In dieser Hinsicht ist Bulgariens fertiges und funktionierendes Gastransportsystem, das derzeit erweitert wird, ein sehr starkes Argument ­– und Gasbrücken zu Nachbarländern werden den Zugang zu den Ländern Mitteleuropas ermöglichen.

[hmw/russland.NEWS]

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