Ab jetzt Roskomnadzor gemeinsam mit Apple gegen Telegram?

Ab jetzt Roskomnadzor gemeinsam mit Apple gegen Telegram?

„Leider hat sich Apple nicht auf unsere Seite gestellt“, beschrieb Telegram-Gründer Pavel Durow die aktuelle Beziehung seines Unternehmens mit dem US-amerikanischen Technologie-Giganten. Telegram musste diese Woche bekanntgeben, dass seine iOS-App seit Mitte April nicht mehr aktualisierbar ist. Im Rahmen der Versuche Telegram zu blockieren hatte die russische Medienaufsicht Roskomnadzor begonnen, Apple zur Verweigerung der Zusammenarbeit mit Telegram aufzufordern. Erst ging es um die Benutzung von Cloudservern, dann sollte Apple Telegram aus dem App Store entfernen.

Trotz dieser Maßnahmen nutzt ein Großteil der russischen Kunden Telegram weiterhin, wie der föderale Zensor mitteilt. Nur 15 bis 30 Prozent von Telegrams Geschäftstätigkeit seien bisher von den Maßnahmen betroffen. Laut einem Bericht aus dem Mai steigerte sich sogar nach der versuchten Blockade Telegrams Publikum in Russland wie nie zuvor. Deshalb versucht Russland jetzt, Apple unter Druck zu setzen, um weitere Hürden bei der Benutzung von Telegram durchzusetzen.

Anfang der Woche gab Roskomnadzor bekannt, Apple habe einen Monat Zeit, Telegram aus seinem App Store in Russland zu löschen und forderte zusätzlich den Stopp von Push-Benachrichtigungen an Nutzer des Kurznachrichtendienstes. Ein genauer Zeitraum wird in dem Schreiben nicht genannt, dennoch wird Apple aufgefordert, die Medienaufsicht innerhalb möglichst kurzer Zeit über weitere Maßnahmen zu informieren‟. Komme Apple dieser Aufforderung nicht nach, droht die Aufsicht mit ihrem Einschreiten – man werde „die Funktionsweise des AppStore stören“.

Genau gesehen verlangt die Behörde einen Verbreitungsstopp auf dem Territorium der Russischen Föderation‟, was letzten Endes die komplette Entfernung aus dem App Store bedeuten würde. Das bestätigen auch Aussagen von Pawel Durow. „Während Russland nur sieben Prozent der Nutzer von Telegram stellt, beschränkt Apple leider seit Mitte April weltweit die Updates für alle Telegram-Nutzer mit iOS-Betriebssystem“, bedauerte er.

Ob Apple dem Druck aus Moskau standhalten wird? Der russische Markt ohne funktionierenden AppStore ist ein bedrohlicher Trumpf. In einem Streit mit China hatte Apple ähnliche Forderungen erfüllt.

Telegram hat Probleme mit der russischen Regierung, weil das Unternehmen sich weigert, die Dekodierschlüssel für seinen kryptografisch gesicherten Nachrichtenverkehr mit den Sicherheitsorganen zu teilen. Ein Gerichtsurteil hatte deswegen Telegram in Russland verboten. Mit der Begründung, Telegram werde von Kriminellen und Terroristen genutzt, wurde der Messengerdienst in Russland verboten

[hub/russland.NEWS]

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